Fahrtkosten, Entfernungskilometer oder Fahrtkilometer

11. März 2015

Selbstständige die ihre Tätigkeit von Zuhause aus verüben und verschiedene Kunden anfahren, kennen das Problem bei der Fahrtkostenabrechnung. Immer wieder stellt sich die Frage, darf ich die gefahrenen Kilometer angeben oder nur die Entfernungskilometer.

Schließlich dürfen Arbeitnehmer auch nur die Entfernung zum Arbeitsplatz steuerlich geltend machen. Hier greift die Regelung der Entfernungspauschale von 30 Cent für jeden vollen Entfernungskilometer, bis zu maximal absetzbaren 4.500 Euro pro Jahr. Dies gilt aber nur, wenn keine Einsatzwechseltätigkeit vorliegt. Liegt eine Einsatzwechseltätigkeit vor, so können auch Arbeitnehmer die gefahrenen Kilometer pauschal mit 30 Cent pro Kilometer absetzen.

Der Bundesfinanzhof hat sich jetzt der Frage gewidmet, wie es bei Selbstständigen aussieht, die ihre Tätigkeit von Zuhause ausüben und ihre Kunden anfahren. Geklagt hatte eine selbstständige Musiklehrerin, die mehreren Schulen und Kindergärten Musikunterricht erteilt hat. Sie hatte (richtig) jeden gefahrenen Kilometer mit 30 Cent pauschal abgesetzt und nicht (wie fälschlicherweise vom Finanzamt gefordert) die nur halb so hohe Entfernungspauschale angesetzt.

In dem Urteil vermerkt der Bundesfinanzhof, dass es entscheidend ist, ob eine der Tätigkeitsstätten, an denen die Klägerin ständig wechselnd beruflich tätig war, eine hinreichend zentrale Bedeutung gegenüber den anderen Tätigkeitsorten hatte. Ein solcher Tätigkeitsort mit zentraler Bedeutung wäre mit einer regelmäßigen Arbeitsstätte gleichzusetzen. Dann dürften hier tatsächlich nur die Entfernungskilometer abgerechnet werden.

Nachzulesen ist das Urteil unter dem Aktenzeichen III R 19/13 des Bundesfinanzhofes.