Existenzgründung und Vorsteuer

7. April 2015

In welchem Umfang können sich Existenzgründer Vorsteuer zeitlich vor und während der Existenzgründung vom Finanzamt erstatten lassen? Was passiert, wenn die Gründung doch nicht weitergeführt wird?

Prinzipiell gilt, alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Unternehmensgründung entstehen, können steuerlich geltend gemacht werden. Dies gilt natürlich auch für die Vorsteuer, falls die Tätigkeit später Umsatzsteuerpflichtig sein soll. „Sein soll“ bedeutet hier, dass die Vorsteuer (auf Antrag) auch dann erstattet wird, wenn die Existenzgründung nicht vollzogen wird. So urteilte jedenfalls das Finanzgericht Düsseldorf.
In einem Urteil, welches am 30.01.2015 veröffentlicht wurde, wird das Finanzamt verurteilt, dem Kläger 1.387,00 Euro an Vorsteuer zu erstatten. Ursprünglich wollte der Kaufmann im Jahr 2008 die Firma in der er angestellt war übernehmen. Aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten scheiterte der Kauf. Immerhin fast sieben Jahre später urteilten die Richter, (…) weil objektiv erkennbar die (konkrete) Absicht bestand, mit der Ein-Mann-Kapitalgesellschaft umsatzsteuerpflichtige Umsätze zu erzielen (…) sei die Vorsteuer zu erstatten.

Aber auch wenn die Existenzgründung klappt, können Ausgaben aus dem Vorgründungszeitraum, wenn Sie erkennbar der Existenzgründung dienen, steuerlich geltend gemacht werden.

Die Vorsteuer kann dann zum Beispiel im Rahmen einer Umsatzsteuer-Jahreserklärung geltend gemacht werden. Berücksichtigen Sie die Vorgründungskosten und auch die Vorsteuer in ihrem Businessplan, so vermeiden Sie eine Unterfinanzierung und spätere Liquiditätsengpässe.

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